Warum ausgerechnet Fjällrinder!

Niedermoorgebiete werden heute vor allem mit Rindern in Mutterkuhhaltung und Jungrinderaufzucht beweidet. Die Auswahl der entsprechenden Rinderrasse fiel uns nicht leicht. So wollten wir ursprünglich Galloways einstellen, doch weitere Recherchen ergaben immer neue Erkenntnisse. Auf der Webseite der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V. (GEH) stießen wir auf die legendäre "Wikinger-Kuh". Sie stammt aus einem geographischen Ursprungsgebiet, das dem Oberen Rhinluch ähnelt. Und sie ist akut vom Aussterben bedroht und steht auf der Roten Liste.

Weitere Recherchen erbrachten, dass nicht weit von uns, am Ostufer der Müritz, seit 1969 eine Herde als Landschaftspfleger eingesetzt wird. Das wollten wir sehen, und beim Anblick dieser Herde waren wir begeistert und beeindruckt. Nach Gesprächen mit den dortigen Herdenmanagern war klar: die Tiere sind es, die passen sicher auch in das Obere Rhinluch.

Inoffizielle Rassebeschreibung

Beim Fjällrind oder dem Schwedischen Hornlosen Vieh handelt es sich um eine alte Rinderrasse, die früher in Skandinavien und in ähnlichen Formen auch in den baltischen Ländern verbreitet war, heute aber sehr selten geworden ist. Während die männlichen Tiere etwa die Größe und das Gewicht eines modernen Hausrindes erreichen, bleiben die Kühe weit darunter.

Fjällrinder sind weiß gefärbt, haben schwarze, seltener rote Abzeichen am Maul, Ohrpuscheln und an Augen. Teilweise schwarze Punkte seitlich an Kopf, Hals und Rumpf, wie Tintenkleckse zusammenfließend.

Rinderhaltung

Unsere Rinder halten wir in Mutterkuhhaltung. Die Kälber bleiben bei ihren Müttern, es findet also eine muttergebundene Kälberaufzucht statt. Einzelne Tiere werden für den Eigenbedarf gemolken. Damit treten wir in Konkurrenz zum Milchbedarf der Kälber, die aber weiterhin bei ihren Müttern säugen.

Die Tiere stehen ganzjährig im Freien auf der Weide.

Unsere Rinder werden frühestens im Alter von einem Jahr in der Fleischerei Ribbe in Wusterhausen geschlachtet. Dort reift das Fleisch noch etwa 10 Tage in der Kühlkammer. Ein Fleischer zerlegt anschließend die Rinderhälften in küchenfertige Portionen.

Literatur:
Fjaell-Bulle Ole, umringt von seinen Kühen Fjäll-Bulle Ole, umringt von seinen Kühen
Die Fjaell-Rinder-Herde wächst Die Fjäll-Rinder-Herde wächst
Fjaell-Rinder gehen gerne auf Tuchfühlung Fjäll-Rinder gehen gerne auf Tuchfühlung
Fjaell-Rinder sind recht klein Fjäll-Rinder sind recht klein